Forstbetrieb Süd

Herzlich Willkommen beim Forstbetrieb Süd!

Unser Auftrag ist die Bewirtschaftung des Landeswaldes im Süden Sachsen-Anhalts. Unsere Waldflächen sind über die Landkreise Mansfeld-Südharz, Harz, Saalekreis, Burgendlandkreis und die Stadt Halle verteilt und laubholzdominiert. Verschiedene Naturräume resultieren in vielfältigen Waldstrukturen, wie z.B. Laubmischwälder im südöstlichen Harzvorland, Auwälder entlang der Flüsse Elster und Luppe oder den Petersberg bei Halle mit zahlreichen Erholungssuchenden.

Daraus folgt eine große Vielfalt an Tätigkeitsfelden mit dem Holzverkauf als Kerngeschäft. Weitere Schwerpunkte sind z.B. Jagd, Ausbildung und Verkehrssicherung.

Waldfläche 21.800 ha
Vorrat 217 Efm / ha
Zuwachs 7,1 Efm / ha
Hiebsatz 5,5 Efm / ha
Jahreseinschlag 113.000 Efm

Unser Wald

Wir bewirtschaften ca. 21.800 ha Landeswald, davon ca. 21.000 ha Holzbodenfläche. Der gesamte FB Süd ist nach dem PEFC-Standard zertifiziert. Die Reviere Merseburg, Burgenland, Annarode, Zollhaus und Südharz sind zusätzlich FSC-zertifiziert.

 

Das Waldbild des Forstbetriebes Süd wird durch einen hohen Anteil verschiedenster Laubbaumarten geprägt, die oft in gemischten Beständen nebeneinander wachsen. Nicht zuletzt dank großer jagdlicher Anstrengungen in den letzten Jahren ist die Verjüngung vielerorts zahl- und artenreich. Die größte wirtschaftliche Bedeutung haben Eiche und Buche, aber auch Ahorn, Birke, Erle, Esche, Hainbuche, Linde und Pappel kommen als Mischbaumarten häufiger vor. Momentan recht seltene Waldbäume wie z. B. ElsbeereSchwarznussUlmeVogelkirsche oder verschiedenen Wildobstarten sind ebenso vorhanden und erhöhen den ökologischen Wert unseres Waldes erheblich.


An Nadelholz kommen geringe Anteile Lärche und Kiefer vor. Die Fichte ist als Folge der Trockenjahre nahezu vollständig aus unseren Wäldern verschwunden. Douglasie, Weißtanne, Küstentanne und Roteiche werden als ertragreiche und klimastabile Mischbaumart aktiv in größerem Umfang eingebracht. Auf passenden Standorten testen wir außerdem Anbaualternativen wie Baumhasel, Schwarzkiefer und Edelkastanie.

Die aufgeführten Zahlen (s. Tabelle & Kreisdiagramm) basieren auf den Forsteinrichtungsdaten mit Stand Jan. 2024. Aufgrund des riesigen Schadholzanfalls der letzten Jahre sind die Zahlen grobe Schätzungen und mit Vorsicht zu genießen.


Unser Wirtschaften ist zukünftig durch Schadholzaufarbeitung bei allen Baumarten, Aufforstungen, Verkehrssicherungsmaßnahmen und aufwändigen Pflegearbeiten in jüngeren Beständen bestimmt. Waldbauliches Ziel sind heterogene, naturnahe, stabile Mischbestände, die auch langfristig die Ansprüche der Gesellschaft erfüllen.

Klima und Standorte

Circa 2/3 der bewirtschaften Landeswaldflächen liegen in relativ kompakter Lage im Bereich des östlichen Unterharzes und der süd-östlichen Vorharzregion. Die restlichen Bestände sind kleinflächig im Süden und Osten des Forstbetriebes verstreut. Bei Höhenlagen von 70 m bis 500 m ü.NN. lag die durchschnittliche Jahresmitteltemperatur zwischen 6,5 und 9,0° C. Seit 2018 lag die Temperatur ca. 2 °C über dem langjährigen Mittel. Die Nährstoffversorgung ist überwiegend gut bis sehr gut. Der wachstumsbegrenzende Faktor ist die Wasserversorgung: im Regenschatten des Harzes gelegen lagen die Jahresniederschläge im langjährigen Mittel bei ca. 400 - 700 mm. Seit 2018 fiel nur ca. 2/3 dieser Menge. Der Klimawandel hat den Trockenstress auf die Ökosysteme stark erhöht.

Klimawandel


Der Klimawandel hat den Trockenstress auf die Ökosysteme stark erhöt und die Folgen stellen uns Forstleute tagtäglich vor große Herausforderungen. Unsere zu großen Teilen auf trockenen Standorten stockenden Bestände wurden durch die Trockenjahre seit 2018 besonders heftig getroffen: Die Fichte ist bis auf Reliktbestände ausgestorben. Die Buche ist im großen Stil abgängig und mittlerweile stirbt sogar die Eiche großflächig ab, sichtbar z.B. am Petersberg bei Halle oder im Ziegelrodaer Forst.


Die stark geschädigten Ökosysteme bringen viele Herausforderungen für uns Forstleute mit: Ungünstige Holzerntezeitpunkte resultieren in großen finanziellen Verlusten. Die natürlichen Vorgänge laufen vielerorts den Zielen der EU-Gesetzgebung zuwieder. So geht das Absterben von Waldbeständen mit dem Verlust sog. "Lebensraumtypen" einher. Ein weiteres Problem ist die Anreicherung stehenden Totholzes, welche mit großen Gefahren für Waldarbeiter und Erholungssuchende verbunden ist.

So manchem Förster blutet das Herz, wenn der über mehrere Generationen gepflegte Wald innerhalb weniger Jahre bis Monate abstirbt.


Trotz allem stecken wir den Kopf nicht in den Sand: Wir bewalden die Kahlflächen wieder, gehen kreative neue Wege und versuchen, für kommende Generationen den Grundstein eines gesunden und klimaresilienten Waldes zu legen. Dabei integrieren wir neueste forstwissenschaftlichliche Erkenntnisse, wie sie z.B. von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt gewonnen werden.


Wenn auch Sie Lust haben, selber mit anzupacken und unseren Wäldern unter die Arme zu greifen, freuen wir uns, Sie auf einer unserer Pflanzaktionen in den Wintermonaten begrüßen zu dürfen. Termine werden auf der Webseite und in den einschlägigen Lokalzeitungen bekannt gegeben.

Personal

Wir sind ein Team aus 48 fest angestellten Mitarbeitenden plus einer wechselnden Zahl an Auszubildenden und Praktikant/innen. In den nächsten Jahren wird der demographische Wandel auch vor uns nicht Halt machen und bis 2030 über die Hälfte des Personals in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Wir freuen uns über neue engagierte Kolleginnen und Kollegen. Kommen Sie bei Interesse gerne auf uns zu (KONTAKT). Weitere Informationen zu Stellenausschreibungen des Landesforstbetriebes finden Sie HIER.


Informationen zur Revierjägerausbildung beim FB Süd erhalten sie HIER.


Bei Fragen zu örtlichen Angelegenheiten des Landeswaldes können Sie sich gerne an unsere Revierleiter/innen wenden, in übergeordneten Fällen auch gerne an den Forstbetrieb selber (KONTAKT).


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